Zum Aufrichten des Rechts berufen


– sich den Text vorlesen lassen


 
Wen Gott beruft, der wird zu seinem Knecht. Er gehört Gott und Gott geht mit dieser Person ein Schutz- und Patronatsverhältnis ein. Daraus resultiert aber keine Ehre und keine Machtposition. Die Ehre liegt im Auftrag und die Macht kommt von Gott, der selbst durch einen Leisetreter kraftvoll handeln kann. Und zugleich geht es nicht zuerst um die Ehre Gottes, sondern um den Willen Gottes, den er als Vollendung seiner Schöpfung in der Welt als Recht errichten will.

Zum Recht wird man berufen, um die Gerechtigkeit in der Welt durch Gottes Hilfe zum grundlegenden Prinzip zu machen. In diese Gerechtigkeit hinein wird man gerufen, man wird von ihr ergriffen. Sodass aus dem eigenen Leben ein Beispiel wird, in dem sich der Wille Gottes wiederspiegelt und so als ein wegweisendes Licht in der Finsternis der Welt aufscheinen möge.

Gerechtigkeit ist dabei kein abstraktes Gut, kein uneinholbares Ideal. Es ist eine neue Art die Verhältnisse in der Welt zu sehen und der Weg die Menschen zum Menschsein zu befreien – und im Zentrum dieser Botschaft steht der Gott, der als Schöpfer der Welt, als größte Macht seine Ehre beansprucht und Gerechtigkeit zusichert.


Meine Arbeitsübersetzung der Lesung zur Taufe des Herrn, Sonntag nach dem 6. Januar, Lesejahr B:

1 Siehe, mein Knecht, den ich stütze, mein Erwählter, an dem mein Innerstes Gefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, der das Recht den Völkern bringt. 2 Er schreit nicht, er erhebt [die Stimme zum Rufen] nicht und lässt seine Stimme draußen nicht hören. 3 Ein geknicktes Rohr zerbricht nicht und den matten Flachsdocht löscht er nicht aus. Wirklich bringt er Recht. 4 Er wird nicht matt und er wird nicht geknickt, bis er auf Erden Recht aufrichtet. Auf seine Weisung warten die Inseln. 5 So hat der Gott, JHWH, der den Himmel geschaffen und ihn aufgespannt hat, gesprochen, der die Erde ausgebreitet hat und was aus ihr sprosst, der den Lebensatem dem Volk auf ihr gegeben hat und Geist denen, die auf ihr wandeln. 6 Ich, JHWH, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und deine Hand ergriffen. Ich habe dich geschaffen und setze dich als Bund mit dem Volk, zum Licht der Völker. 7 Um die blinden Augen zu öffnen, um den Gefangenen aus dem Kerker herauszuholen und aus dem Gefängnis, die, die in der Dunkelheit sitzen. 8 Ich bin JHWH, das ist mein Name und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Lobpreis den Götzenstatuen. 9 Das Frühere, siehe, ist eingetroffen und das Neue kündige ich jetzt an. Noch ehe es hervorsprießt, lasse ich es Euch hören.

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