Wen soll ich senden?

Gott ist nicht im Tempel zu finden, sondern er thront über ihm. Nur der äußere Saum seines Königsmantels füllt den Tempel aus. Seine Herrlichkeit überschreitet alle Grenzen und erfüllt die gesamte Welt. Die von dem Propheten geschilderte Vision stellt die Autorität Gottes in den Vordergrund. Im Angesicht seiner Macht kann niemand bestehen, selbst die Serafim verhüllen ihr Angesicht vor ihm. Kein Mensch kann vor ihm bestehen – auch Jesaja selbst nicht. Es bedarf einer Reinigung im Auftrag Gottes, sodass der Prophet sich mutig in den Dienst Gottes stellt. Er wird nicht berufen, sondern er meldet sich freiwillig. Als er die Stimme Gottes hört: „Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Da macht er den Ruf Gottes zu seiner Berufung.

Der vorgesehene, alttestamentliche Lesungstext für den 5. Sonntag im Jahreskreis ist: Jesaja 6,1-2a.3-8.

Autor des Blogs:

Promovierter katholischer Theologe, Exeget und Blogger, der in Jerusalem lebt und arbeitet.