Vom Fremdsein zum Freudenfest – ein Glaubensbekenntnis

Das Gesetz über die Darbringung der Erstlingsgaben (Deuteronomium 26,1-11) ist geprägt durch zwei Leitworte: 14mal kommt der Gottesnamen JHWH vor und sechsmal das Wort „geben“ – so steht im Fokus dieses Abschnittes der Gott, der seinem Volk das Land gibt. Zu dem beschriebenen Ritual gehören zwei zu sprechende Bekenntnisse, die eben diese Aussage zu Wort bringen (Verse 3.5-10).  Das zweite, ausführlichere Glaubenskenntnis wird gerahmt durch eine Ich-Rede des das Dankopfer darbringenden Israeliten, in der er als Teil Israels die Geschichte Gottes mit seinem Volk erinnert („wir“).

Die im Bekenntnis gesprochene Erinnerung an die Befreiungsgeschichte Israels und die Hineinführung ins verheißene Land bringen dem Israeliten die Grundlage für die Ernte vor Augen. Das Leben in Freiheit ist ein Geschenk Gottes. Die von Gott zudem geschenkte Fruchtbarkeit des Landes spielt in diesem Kontext nur eine untergeordnete Rolle. Sie bietet den Anlass zum allgemeinen Dank an Gott. Anhand der Ernte wird der größere Horizont, die Geschichte Gottes mit seinem Volk, verdeutlicht. Nicht nur ist in diesen Worten Gott der Herr über die Fruchtbarkeit der Natur und die Geschichte, sondern die Worte durchbrechen auch die Zeit: Der Bekenner identifiziert sich in seinen Worten mit der in Ägypten versklavten Generation. Er genießt sozusagen nicht nur die Früchte der Befreiung, sondern identifiziert sich auch mit dem Leid der Unterdrückten – warum er den Fremden im Land Anteil an dem ihm widerfahrenen Segen geben soll.

Der vorgesehene, alttestamentliche Lesungstext für den 1. Sonntag der österlichen Bußzeit ist: Dtn 26,4-10