Tradition, die Gewissheit gibt

Wie Gott sein Volk aus dem Sklavenhaus Ägypten befreit hat, so wird er es auch aus dem Exil zurück in die Gottesstadt führen: „Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.“ (Baruch 5,9) Wegen Gottes Erbarmen kommt es zur rettenden Heimkehr Israels, die im Buch Baruch erhofft wird. Die am Ende stehende Gewissheit gewinnt Baruch, wie in der Erklärung der einzelnen Verse zu sehen ist, indem er aus der ganzen Bibel – vor allem aus dem Buch Jesaja – ein Kompendium der Verheißungen für Jerusalem zusammenstellt. Im Angesicht hoffnungslosen Zerstörung und Distanz bietet er so eine aus der Tradition erwachsende Gewissheit. Die scheinbare Verlassenheit wird zu seinem Triumphzug der Freude und der Gerechtigkeit.

Diesmal leider ohne eigene Arbeitsübersetzung. Daher hier der Verweis zum Text auf den Bibleserver, wo sich verschiedenen Übersetzungen finden lassen: Baruch 5,1-9.

Autor des Blogs:

Promovierter katholischer Theologe, Exeget und Blogger, der in Jerusalem lebt und arbeitet.

Bildquellen

  • James Jacques Joseph Tissot, Die Flucht der Gefangenen, The Jewish Museum in New York, Accession Number: X1952-366, aus dem Erbe von Jacob Schiff.: The Jewish Museum (gemeinfrei)