Jeremia 33: Tage werden kommen

Der letzte König des israelitischen Südreiches Juda war Zidikja. Sein Name bedeutet „JHWH ist meine Gerechtigkeit“ und er wurde vom babylonischen König Nebukadnezzar entweder 598 oder 597 v. Chr. eingesetzt. Als er versuchte eine antibabylonische Allianz zu schmieden, wurde Jerusalem 587 v. Chr. durch die Babylonier erobert und zerstört. Dies bedeutete das Ende der davidischen Dynastie und den Untergang des judäischen Königreichs.

Aber das Buch Jeremia verkündet, dass aus diesem Unheil durch Gott ein neuer Davidssproß hervorgehen wird und die Bewohner Jerusalems und das ganze Volk in Sicherheit leben werden können. Dies wird Gott ermöglichen. Die Wiederrichtung der davidischen Dynastie soll Recht und Gerechtigkeit gewährleisten. In Jeremia 33 wird fünfmal auf David als Knecht Gottes verwiesen. Das Königtum dient Gott und somit dem Volk. Die politische Führung wird bewusst stärker an das Volk gebunden. Das Handeln Gottes geschieht nicht zur Ehre des Königs, sondern Jerusalem erhält stellvertretend für das Volk den Ehrennamen „Der HERR ist unsere Gerechtigkeit“ (vgl. Jeremia 23,5-6).

Meine Arbeitsübersetzung der alttestamentlichen Lesung am 1. Adventssontag, Lesejahr C:

14 Siehe, Tage kommen – Spruch JHWHs –, da werde ich das gute Wort errichten, das ich zum Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe. 15 An jenen Tagen und in jener Zeit werde ich sprossen lassen für David einen Spross der Gerechtigkeit und er wird Recht und Gerechtigkeit tun im Land. 16 In jenen Tagen wird Juda Rettung erfahren und Jerusalem wird in Sicherheit wohnen – und so wird man sie nennen: JHWH ist unsere Gerechtigkeit.

Autor des Blogs:

Promovierter katholischer Theologe, Exeget und Blogger, der in Jerusalem lebt und arbeitet.

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