Exodus 16: Brot der Prüfung

Die Israeliten hatten Gott ihr Leid geklagt. Er hatte sie erhört und sie aus der Sklaverei in die Freiheit geführt. Am Schilfmeer hatte er bewiesen, dass er mächtiger als der Pharao samt dessen Armee ist. Doch kaum ist der Jubel der Israeliten verklungen, beginnen sie Mose und somit Gott anzuklagen. Undankbarkeit wird zu Gottes Lohn. Doch wieder erhört Gott das Klagen seines Volkes. Er verwandelt die todverheißende Wüste zu einer nicht versiegenden Lebensquelle für die Geflohenen.

Gott wendet sich seinem Volk zu, obwohl es sich abwendet. Das Volk will mehr als es braucht, es vertraut Gottes Zusagen nicht, es hält sich nicht an seine Weisungen. Der Überfluss selbst ist eine Prüfung. Wenn das Volk sich um nichts sorgen muss, vertraut es dann auf Gott? Die Israeliten scheitern. Wer weiß, was morgen sein wird? Sie nehmen sich mehr als sie brauchen. Sie verstecken von dem Gesammelten, obwohl Gott ihnen dies verboten hatte. Und was macht Gott? Trotzdem versorgt er sein Volk vierzig Jahre lang in der Wüste.

 

Meine Arbeitsübersetzung der Lesung am 18. Sonntag im Jahreskreis:

1 Dann brachen sie von Eli, auf und die ganze Gemeinde der Nachfahren Israels kam zur Wüste Sin., die sich zwischen Elim und Sinai befindet, – am 15. Tag des zweiten Monats des Auszugs aus dem Land Ägypten. 2 Da murrte die ganze Gemeinde der Nachfahren Israels in der Wüste gegen Mose und gegen Aaron. 3  Die Nachfahren Israels sagte zu ihnen: Wer wird es geben, dass wir doch gestorben wären durch die Hand JHWHs im Land Ägypten, als wir an den Fleischtöpfen saßen, als wir Brot zum Sattwerden aßen! Ja, ihr habt uns herausgeführt zu dieser Wüste, um diese ganze Versammlung durch Hunger sterben zu lassen. 4 Da sagte JHWH zu Mose: Siehe, ich werde euch Brot vom Himmel regnen lassen und das Volk soll den Tagesbedarf täglich einsammeln, damit ich es prüfe: Folgen sie meiner Anweisung oder nicht? 5 Es wird am sechsten Tag geschehen: Wenn sie bereiten, was sie eingebracht haben, wird es doppelt so viel sein wie das, was sie Tag um Tag einsammeln. 6 Da sagte Mose samt Aaron zu allen Nachfahren Jakobs: Am Abend werdet ihr erkennen, dass es JHWH ist, der euch hinausgeführt hat aus dem Land Ägypten. 7 Und am Morgen werdet ihr die Herrlichkeit JHWHs sehen, wenn er euer Murren gegen JHWH erhört. Aber wer sind, dass ihr gegen uns murrt? 8 Mose sagte: Wenn JHWH euch am Abend Fleisch gibt, um es zu essen und Brot am Morgen, um satt zu werden, dann erhört JHWH euer Murren, dass ihr gegen ihn gemurrt habt. Wir? Nicht gegen uns ist euer Murre, sondern gegen JHWH. 9 Dann sagte Mose zu Aaron: Sage zur ganzen Gemeinde der Nachfahren Israels: Näher euch dem Angesicht JHWHs, denn er hat euer Murren erhört. 10 Es geschah als Aaron zur ganzen Gemeinde der Nachfahren Israels sprach und sie sich zur Wüste hinwandten – siehe, die Herrlichkeit JHWHs wurde sichtbar in einer Wolke und 11 JHWH sprach zu Mose folgendermaßen: 12 Ich habe das Murren der Nachfahren Israels gehört. Sprich zu ihnen folgendermaßen: In den Abendstunden werdet ihr Fleisch essen und am Morgen werdet ihr euch mit Brot sättigen. So werdet ihr erkennen, dass ich, JHWH, euer Gott bin. 13 So geschah es am Abend: Wachteln kamen hinauf und bedeckten das Lager. Und am Morgen gab es eine Tauschicht rings um das Lager. 14 Und die Tauschicht erhob sich und siehe, auf dem Wüstenboden, war Feines, Kristallisiertes, fein wir Raureif auf der Erde. 15 Die Israeliten sahen (es) und sagten, einer zum anderen: Was ist das [מן הוא, gesprochen: Man hu]? Denn sie wussten nicht, was es ist. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das JHWH euch zu essen gegeben hat. 16 Dies ist das Wort, dass JHWH befiehlt: Lest auf, ein jeder nach seinem Essenbedarf, ein Omer pro Kopf entsprechend der Zahl eurere Personen; ein jeder soll für die in einem Zelt nehmen. 17 Die Nachfahren Israels taten so und sie sammelten – mehr und weniger. 18 Dann maßen sie nach dem Omer: Aber keinen Überfluss hatte, wer viel gesammelt hatte; und der wenig gesammelt hatte, dem mangelte nichts. Jeder hatte nach seinem Essbedarf aufgelesen. 19 Da sagte Mose zu ihnen: Niemand darf davon etwas aufheben bis zum Morgen. 20 Aber sie hörten nicht auf Mose. Einige Leute behielten davon bis zum Morgen. Es entstanden Würmer und es stank – und Mose wurde zornig gegen sie. 21 Und sie sammelten es Morgen um Morgen, ein jeder nach seinem Essbedarf. So die Sonne heiß wurde, schmolz es. 22 Und es geschah am sechsten Tag, da sammelten doppelt so viel Brot, zwei Omer für jeden. Da kamen die Führer der Gemeinde und kündeten es Mose. 23 Da sagte er zu ihnen: Dies ist, was JHWH gesprochen hat: Schabbaton, heiliger Schabbat, ist für JHWH morgen. Das, was ihr backen wollt, das backt und das was ihr kochen wollt, das kocht. Alles was übrig bleibt, bewahrt für euch, um es bis zum Morgen aufzubewahren. 24 Da hoben sie es auf bis zum Morgen, wie Mose befohlen hatte – es stank nicht und es waren keine Würmer darin. 25 Dann sagte Mose: Esst es heute, denn es heute ist Schabbat für JHWH. Heute werdet ihr auf dem Feld nichts finden. 26 Sechs Tage soll ihr auflesen, und am siebten Tag ist Schabbat. An ihm wird nichts da sein. 27 Und es geschah, dass am siebten Tag einige vom Volk hinausgingen, um aufzulesen, aber sie fanden nichts. 28 Da sagte JHWH zu Mose: Wie lange weigert ihr euch meine Gebote und meine Weisungen einzuhalten? 29 Seht, dass JHWH euch den Schabbat gegeben hat. Deshalb gibt er euch am sechsten Tag Brot für zwei Tage. Jeder kehre an seine Stelle zurück! Seinen Ort soll niemand verlassen am siebten Tag. 30 Da ruhte das Volk am siebten Tag. 31 Und es nannte das Haus Israel seinen Namen „Man“ und es war weiß wie Koriandersamen und es schmeckte wie Honigkuchen. 32 Dann sagte Mose: Das ist, was JHWH befohlen hat: ein volles Omer davon sei zur Aufbewahrung für eure Generationen, damit sie das Brot, das ich euch in der Wüste zu essen gegeben habe, als ich euch aus dem Land Ägypten herausgeführt habe, sehen werden. 33 Dann sagte Mose zu Aaron: Nimm einen Krug und gibt dort ein volles Omer Man und belasse es vor JHWH zur Aufbewahrung für eure Generationen. 34 So wie JHWH es Mose befohlen hatte, beließ Aaron es vor dem Zeugnis zur Aufbewahrung. 35 Und die Israeliten aßen das Man 40 Jahre bis sie in ein bewohntes Land kamen. Das Man aßen sie, bis sie zur Grenze des Landes Kanaan kamen.

 

Ezechiel 16,1-35 (Lesung: Verse 2-4.12-15)

 

 

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