Das entscheidende Wort

In der Welt des Alten Testament ist die mehrfache Formulierung eines Gedankens unter verschiedenen Perspektiven keine unnütze Wiederholung, sondern eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem gegebenen Problem. Dreimal setzt sich Jesus Sirach mit der Frage auseinander, wie man im Alltag zwischen gutem Tun und bösen Gedanken unterscheiden kann (Verse 4-6). Der Weg zur Menschenkenntnis wird dann am Ende zusammenfassend in Vers 7 beschrieben.

Das einen Gedanken ausdrückende Wort steht in der Mitte Jesus Sirachs Überlegungen. Im Denken des Menschen lässt sich erkennen, ob er gut oder böse ist. Hierzu muss man das Gespräch oder die Auseinandersetzung mit ihm oder ihr suchen. Am Ende entscheidet das Ergebnis seines Denkens und seines Tuns über die Beurteilung des Menschen. Jesus Sirach warnt deshalb davor, jemanden ohne Grund zu loben. Man muss den Menschen dialogisch begegnen. Nur wer, mit einer Person spricht, versteht sie.

Der vorgesehene, alttestamentliche Lesungstext für den 8. Sonntag im Jahreskreis ist: Jesus Sirach 27,4-7.